Millennials und die Generation Z unterscheiden sich nicht nur in ihrer Mediennutzung, sondern auch in ihrem Konsumverhalten. Was steckt hinter den rückläufigen Zahlen beim Alkohol- und Tabakkonsum und warum wird Cannabis immer akzeptierter?

Generationenkonflikt im Glas und in der Zigarette
Die Millennials (1981–1996) sind aufgewachsen in einer Zeit, in der Partys und soziale Events häufig mit Alkohol und Zigaretten assoziiert wurden. „Alkohol und Tabak waren allgegenwärtig und galten als Türöffner für soziale Interaktionen. Der gesellschafltiche Druck, mitzutrinken, war spürbar“, beschreibt Sara (30). Gruppenzwang und gesellschaftliche Akzeptanz spielten eine zentrale Rolle. Studien der „Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung“ zeigen, dass in den 2000er-Jahren etwa 80 % der Jugendlichen dieser Generation mindestens einmal Alkohol konsumiert hatten. Tabak war ebenfalls verbreitet, er galt als grundlegender mitläufer beim Alkoholkonsum.
Anders verhält es sich bei der Generation Z (1997–2012): Sie wächst in einer Zeit auf, die von einem zunehmenden Gesundheitsbewusstsein und Digitalisierung geprägt ist. Eva (19) erzählt: „In meinem Freundeskreis ist es üblich, alkoholfreie Alternativen zu wählen“. Alkohol verliert somit an Bedeutung. „Soziale Medien beeinflussen uns stark – sowohl positiv als auch negativ. Es bietet Aufklärung und Tips für einen gesunden Lifestyle, kann aber auch Druck erzeugen, perfekt zu sein.“ Was den Tabakkonsum betrifft sind Zigaretten nicht mehr der Vorreiter, diesen Platz haben die E-Zigaretten übernommen.
Rückgang von Alkohol und Tabak: Warum eigentlich?
Der Rückgang beim Alkohol- und Tabakkonsum lässt sich auf mehrere Faktoren zurückführen. Gesundheitstrends, wie der Boom von Fitness- und Ernährungs-Apps, haben vor allem die Gen Z erreicht. Auch strenge gesetzliche Regulierungen und Anti-Rauch-Kampagnen haben Wirkung gezeigt. Ein entscheidender Punkt ist die Rolle der Social-Media-Plattformen, die alkoholfreie Lebensweisen normalisieren. Hashtags wie #sobercurious oder #healthychoices haben Millionen von Views.Für Millennials hingegen war der Konsum von Alkohol und Tabak ein Mittel zur sozialen Integration. Erst im Erwachsenenalter fällt vielen der Übergang zu einem gesundheitsbewussteren Lebensstil leichter. Auch die stärkere gesellschaftliche Ablehnung des Rauchens hat viele Millennials zum Aufhören gebracht.

Cannabis: Auf dem Weg zur Normalität?
Eine interessante Entwicklung zeigt sich beim Cannabiskonsum: Während Millennials in ihrer Jugend noch unter strengen Regeln lebten, genießt Cannabis bei der Gen Z eine immer größere gesellschaftliche Akzeptanz was durch eine Studie der Stadt Frankfurt am Main namens „Die Franfurter Cannabis-Studie“ belegt wurde. „Viele sehen es als eine entspannede Alternative zum Alkohol“, erzählt Eva (19). In einigen Ländern, wie Kanada oder den USA, wurde Cannabis legalisiert, was auch in Europa Debatten anfeuert. Mittlerweile ist Cannabis auch in Deutschlafn legal, was unter der Gen Z für mehr Konsum sorgt.
Doch mit der größeren Akzeptanz kommen auch Risiken: Höhere THC-Konzentrationen und das frühzeitige Einsetzen des Konsums können psychische Probleme begünstigen. „Wenn jemand übertreibt, wird es als kritisch gesehen.“ Präventionskampagnen konzentrieren sich daher vermehrt auf Aufklärung und kontrollierten Konsum.
Die Unterschiede im Konsumverhalten zwischen Millennials und der Generation Z spiegeln gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungen wider. Während die Millennials die Brücke zwischen traditionellem Konsum und neuen Trends bilden, treibt die Gen Z die Veränderung aktiv voran.
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